Taijiquan Karin Hergl
In Bewegung zur Entspannung
 

Das Zitat entstammt dem Zhuangzi und ist sehr alt.

Nun: Auch in modernen Zeiten werden Schuhe getragen, die bequem oder unbequem sind, und können noch ganz andere Beschwernisse auftauchen. Die weltweite Ausbreitung eines neuen Virus und seiner Mutanten macht uns weiterhin das Leben schwer. Es gilt sich zu wappnen und neue Regeln zu beherzigen. Wichtige Aspekte des modernen Lebens haben sich verändert, einiges geht gar nicht mehr, manches wandelt sich, und fast alle Bereiche sind davon berührt. Inzwischen leben wir ein ganzes Jahr mit dem Virus.


In Bewegung zur Entspannung – dieses Motto bleibt zu allen Zeiten lebendig, es wandelt sich und bleibt sich gleich.

 

 



Aus dem Bücherregal


Reisen in den Osten


Gerhard Seyfried. Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer. Roman.

Der sogenannte Boxeraufstand 1900 in Peking ist in vielfältiger Weise dokumentiert worden, neben den Beschreibungen der zahlreichen Zeitzeugen aus aller Welt sind Aufarbeitungen in verschiedener Weise geleistet worden, so sind Spiel- und Dokumentarfilme entstanden, auch Historiker haben immer wieder Material ausgewertet und neu aufbereitet. Gerhard Seyfried greift in seinem Roman auf zahlreiche Dokumente dieser Zeit zurück und schildert das Schicksal von vier Deutschen während dieser Zeit.


Pankaj Mishra. Aus den Ruinen des Empires. Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens.

Wer sich die Frage stellt, wo und wann der Widerstand des Ostens gegen die mörderische Dampfwalze des Westens seinen Anfang genommen und seine Kraft entwickelt hat, erhält hier eine mögliche Antwort: In der Seeschlacht von Tsushima gelang der japanischen Flotte 1905 ein Sieg gegen einen großen Teil der russischen Flotte und hat die Welt des Ostens beflügelt. Pankaj Mishra beschreibt nicht nur die Lebenswege dreier Männer: Jamal al-Din al-Afghani aus Persien, Liang Qichao aus China und Rabindranath Tagore aus Indien, er spürt auch der Wiedererstarkung des asiatischen Kontinents nach.


Richard Wilhelm. Die Seele Chinas.

Was kann uns dieses Resümée eines deutschen Missionars noch heute sagen? Er hat genau hingeschaut und das, was er gesehen und erkannt hat, genau beschrieben. Was soll uns dieser Osten? Was soll uns dieser Westen? Schon er prangert Maschinenherrschaft an.


V.M. Alekseev. China im Jahre 1907. Ein Reisetagebuch.

Der russische Sinologe V.M. Alekseev begleitete 1907 einen französischen Lehrer E. Chavannes auf einer wissenschaftlichen Expedition durch Ost- und Nordwestchina. Dabei galt sein Interesse hauptsächlich der chinesischen Volkskunst und Volkskultur. In seinen Reiseaufzeichnungen hält er nicht nur Beobachtungen und Erlebnisse fest, er nimmt regen Anteil und setzt sich mit dem Erlebten intensiv auseinander. Offenbar werden so seine große Begeisterung für das Land und seine Menschen.


Gerd Kaminski/Else Unterrieder. Wäre ich Chinese, so wäre ich Boxer. Das Leben an der k. und k. Gesandtschaft in Peking in Tagebüchern, Briefen und Dokumenten.

Das Zitat von Arthur von Rosthorn im Titel des Werkes gibt schon einen Hinweis auf die Haltung des Legationssekretärs, der damals in der k. und k. Gesandtschaft tätig war. Nicht nur mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitsgefühl hat er sich gegenüber den weiteren ausländischen Mächten hervorgetan. Der Band bietet einen knappen Einblick über in das Leben an der Gesandtschaft in Peking sowie eine ausführliche Zusammenfassung über das Schicksal der Gesandtschaft während des Boxeraufstandes. Daneben finden sich Beiträge, die die weitere Entwicklung der Gesandtschaft skizzieren. Zahlreiche Fotos, die von Paula von Rosthorn und anderen aufgenommen worden sind, illustrieren den Band.


Werner Vordtriede. Das verlassene Haus. Tagebuch aus dem amerikanischen Exil 1938-1947.

Die Reise, die hier angetreten wurde, geht in die entgegengesetzte Richtung, in den Westen. Werner Vordtriede beschreibt die Zeit im amerikanischen Exil nach seiner Emigration 1938 aus Europa anhand seiner Tagebuchaufzeichnungen, unternimmt erste Schritte der Orientierung, verfolgt seinen beruflichen Werdegang, lässt aber auch seine ambivalenten Gefühle zu Land und Leuten durchscheinen. Besonders wichtig sind ihm seine fortwährenden Lektüren, immer wieder geben sie ihm Halt. Die Kriegsereignisse in Europa und der Welt beobachtet er genau, bleibt aber für jegliche Art von Kriegspatriotismus unempfänglich. Werner Vordtriede bleibt lange Jahre im Exil, erst 1961 kehrte er nach Deutschland zurück und siedelte nach München über.


Helmut Burmeister und Veronika Jäger. China 1900. Der Boxeraufstand, der Maler Theodor Rocholl und das "alte China".

Vor 121 Jahren brachen deutsche Soldaten auf Befehl des Kaisers auf nach China zur Befreiung der belagerten Gesandtschaften in Peking. Auch mit dieser Reise sollte der deutsche Anspruch auf ein Stück von dem "Kuchen China" untermauert werden. Der Maler Theodor Rocholl war als sogenannter "Schlachtenmaler" auf dieser Reise dabei und hat ein umfangreiches Werk dazu geschaffen, das in dem Band ausführlich dargestellt wird. Ausstellung und Begleitband erlauben Einblicke aus erster Hand und sparen nicht mit kritischen Anmerkungen zur deutschen Kolonialpolitik und zum "Boxeraufstand".


Navid Kermani. Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan.

Navid Kermani unternahm seine Reise im Auftrag des SPIEGEL. Sie beginnt im September 2016 in seiner Heimatstadt Köln über das Baltikum nach Belarus, von der Ukraine über die Krim nach Rußland, von Tschetschenien über den Kaukasus bis nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern. Auf dem Weg trifft er immer wieder auf unversöhnliche Seiten, die aufeinanderprallen und auseinanderbrechen. In vielen Gesprächen erfährt er die Geschichten der Menschen, die an diesen Nahtstellen leben. Irgendein Krieg ist immer nah. In Isfahan schließlich spürt er seinen Wurzeln nach.


Amartya Sen. Die Welt teilen. Sechs Lektionen über Gerechtigkeit.

Anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Amartya Sen wurde dieser schmale Sammelband herausgegeben. Die sechs Beiträge behandeln das Thema <<Teilen>> aus verschiedenen Blickwinkeln: Wie lassen sich die Unterernährung und der Hunger in der Welt wirksam abschaffen? - Die Bedeutung der Pressefreiheit für die gesellschaftliche Entwicklung. - Schulbildung und Mittagsmahlzeiten - über Grundnahrungsmittel. - Vom erkennbaren Üben der Gerechtigkeit. - Die Untersuchung nach den Ursachen von Armut, Krieg und Frieden. - Für jeden Wochentag ein Wunsch - ein Gespräch mit der Göttin der Mittelgroßen Träume.

Auch heute bleiben diese Themen ganz oben auf dem Aufgabenzettel für uns alle, im Großen wie im Kleinen.


Hartmut Rosa. Unverfügbarkeit.

Was haben der Schnee, das Fußballspiel, das Einschlafen, ganz sicher die Liebe, erst recht der Tod gemeinsam? Es sind Phänomene des letztlich Unverfügbaren. Doch je mehr die Welt verfügbar gemacht wird, desto stärker offenbaren sich Unverfügbarkeiten.

Mich interessiert dabei der Gedanke, welche Haltung dem Menschen also ansteht. Kann die Tai Ji-Haltung behilflich sein, mit dem Unvorhersehbaren und erst recht mit dem Unverfügbaren gütlich zurechtzukommen?


Ursula Krechel, Shanghai fern von wo. Roman.

Die Reisenden, die Ursula Krechel in ihrem Roman beschreibt, sind auf der Flucht vor den deutschen Verfolgern und ihren Handlangern. Ende der dreißiger Jahre wurde Shanghai ihre letzte Rettung. Weit weg von Deutschland und dem gewohnten Leben mußten sie lernen, sich in fremder Umgebung zurechtzufinden, um zu überleben. Die Geschichten und Abenteuer von der Köchin Franziska Tausig und ihrem Mann, dem Rechtsanwalt Otto Tausig, dem Buchhändler Ludwig Lazarus, dem Journalisten und Kunsthistoriker Dr. Lothar Brieger, dem Juristen Max Rosenbaum und seiner Frau, der Handschuhhändlerin Amy Rosenbaum, den Widerstandskämpfern Günter und Genia Nobel bilden den Stoff für diesen ergreifenden Roman.


Peter Fleming, Tataren-Nachrichten. Ein Spaziergang von Peking nach Kaschmir.

Im Februar 1935 beginnt Peter Fleming eine Reise, die sich im Nachhinein darstellt als "ein unverdient erfolgreicher Versuch, auf dem Landweg von Peking in China nach Kaschmir in Indien zu gelangen", wie er es selbst beschreibt. Sieben Monate wird diese Reise dauern, und - was für ihn doch erstaunlich ist - er hat eine erfahrene Reisende an seiner Seite: Kini Maillart. Die ausgewählte Reiseroute führte verbotenerweise auch durch Sinkiang oder Chinesisch-Turkestan entlang der uralten Seidenstraße und mußte gegenüber nicht nur amtlichen Stellen teilweise verheimlicht werden, da sie dabei bürgerkriegsverheerte Regionen durchquerten.


Lin Yutang, Mein Land und mein Volk.

Wer einen Zugang zum Verständnis der Gesellschaft, des Denken und des Handelns der Chinesen sich eröffnen möchte, kann auf diesen grundlegenden Band zurückgreifen. Lin Yutáng hat ihn 1935 als einer der ersten Chinesen in englischer Sprache verfasst. Er wollte damit dem Westen China und die Chinesen näherbringen.


Peter Fleming, Die Belagerung zu Peking.

Im Sommer 1900 wurden die ausländischen Gesandtschaften in Peking von sogenannten Boxern und der kaiserlichen Armee belagert, die Eingeschlossenen konnten rechtzeitig von einer international aufgestellten Streitmacht befreit werden. China hat dafür einen hohen Preis zahlen müssen. - Fast sechzig Jahre nach dem Geschehen unternimmt Peter Fleming 1959 den Versuch, aus den inzwischen vorliegenden verschiedenen Informationen einmal alle Teile so zusammenzusetzen, so daß ein Bild entsteht, das vorher so nicht zu erkennen war.